Dienstag, 31. Januar 2012

Der Tag davor...

Die Erkenntnisse dieses Tages vorab:
1. Schleimnahrung ist genial:
- man braucht nicht kauen
- man muss nur schlucken
- man hat nie wieder Verstopfungen
2. Die Redewendung "Du kannst Dir gleich nen Einlauf abholen" ist totaler Quatsch, weil: man bekommt ihn ans Bett gebracht. Problematisch wird es dann richtig, wenn auf einem Zimmer 2 Kollegen liegen, die gerade ihre rituelle Darmreinigung ausleben und der Gang aufs Klo zeitlich bis auf die Sekunde planen müssen....
3. Mein CT zeigte wohl keine Kollateralschäden, so dass es wohl beim geplanten OP-Ablauf bleiben kann.

Ansonsten war der Tag davor eher unspektakulär. Eigentlich bestand der Tag nur aus warten, warten auf  das CT-Ergebnis. das wiederum wie schon gesagt, erst einmal keine weiteren Böswilligkeiten des Schöpfers zeigte.
Das wiederum bedeutet, morgen  gegen 11.00 Mittags gehts ans Eingemachte, oder besser an die Eingeweide.

Eine Frage ergibt sich mir dennoch: warum investiert Vodafone  Milliarden in seine Netze, wenn ausgerechnet hier im Krankenzimmer nur mageres GPRS ankommt, toll gemacht....

Montag, 30. Januar 2012

Die Aufnahme

So, nun ist es soweit. Ich bin im Krankenhaus aufgenommen worden. Alles in allem muss man 2 Stunden investieren, um die gesamte Aufnahmeprozedur zu absolvieren.
Blut abgeben, EKG schreiben, CT und diverseste Aufklärungsgespräche nahmen so ihre Zeit in Anspruch. die Organisation als solches ist ok. Keine unnötigen Fragen, kein Chaos, dafür einen riesigen Haufen Unterlagen im Arm.
Na ja, schaun wi rmal, was das CT noch hervorgezaubert hat.
Im Gespräch mit dem einem Chirurgen klang das alles nicht mal so schlecht.
So, ich bin  nun hier im Klinikum Brandenburg, Station 3.2.A gelandet, im Dreibettzimmer mit zwei weiteren Kollegen.
Morgen gibts dann die Operationsvorbereitung. Das wird bestimmt noch mal ein Ritt.  
Im Übrigen heißt das Operationsverfahren.......: Fast Track :-) Es  gibt keine Zufälle.

Sonntag, 29. Januar 2012

Mut ist...

...wenn man Angst vor etwas hat und es trotzdem tut...
Morgen geht es ab ins Krankenhaus. Drückt mir die Daumen, dass es nur schlimm und nicht ganz schlimm wird...

Donnerstag, 26. Januar 2012

Nix passiert heute...

Kleine Bitte an die anonymen Poster: Gebt mir nen kleinen Tipp, wer da postet....
ansonsten is heut nix passiert.... in der Sonne gewesen, bißchen geknipst, Helicopter repariert...

Mittwoch, 25. Januar 2012

Im Ambulanzzentrum

Heut ist Dienstag, mein Doc hat gestern nen Termin im Krankenhaus, sprich im neugegründeten Ambulanzzentrum vereinbart... 14.15 soll es dann soweit sein.
Also, EBook voll geladen, tief durchgeatmet und ins Auto gesetzt. Es ist 14.00, als ich die heiligen Hallen betrete. Zunächst wird das Ambulanzzentrum gesucht. Ich weiß, dass in Brandenburg heftigst gebaut wird und störe mich nicht an Rigipsplatten, die den Weg flankieren. Durch finstere, an Katakomben erinnernde Gänge finde ich den Weg ins Ambulanzzentrum (was für ein Wort!). Dort reiche ich der nette Dame meine Einweisung und gucke in runde, fragende Kinderaugen. Eine kurze Erklärung meinerseits reicht jedoch aus, dass sie das Richtige tut und ich weiß, wo ich weiter warten muss. Also gut, Jacke aufgehängt, EBook angeworfen und gelesen, im Ohr singt Johnny Cash mir ein Lied von einem Wanderer... Meint der mich? Plötzlich, 3 Seiten weiter: "Herr Schäfer?" Blick auf die Uhr, es ist 14.14 Uhr. Ich bin schockiert....
Also, Platz genommen im Untersuchungsraum, die Hand einen jungen dynamischen, aber sympathischen Arztes gedrückt und meine Geschichte erzählt. Er sagt etwas von Glück und vermeine den Satz "Das müssen wir dann schnellstens rausreißen..." zu hören. Ich frage nach, ob ich eben das Wort "rausreißen" gehört haben könne und er entschuldigt sich... Ich erkläre ihm, dass er das nicht muss und stelle fest, dass wir auf der gleichen Wellenlänge funken.
Es erfolgt Aufklärung auf Aufklärung... Bei der Erklärung, was ein CT macht, winke ich ab und das Wort "Strahlenbelastung" ringt mir nur ein Lächeln ab. Als wenn das jetzt mein Problem wäre...
Bei der Erklärung der Operation selber vergeht sogar mir das Grinsen. Im einfachsten Fall: Bauch auf, Darmstück raus, Bauch zu... 10 Tage rumliegen und erledigt... Im ungüstigen Fall: Bauch auf, Darmstück raus, befallene Organe zerschnipselt, künstlicher Darmausgang angelegt (hoffentlich nur temporär), Chemotherapie, Bestrahlung dann je nach Bedarf.... Mir schießt kurz das Wort "ausgeweidet" durch den Kopf. Über eventuelle Zeiträume denke ich noch gar nicht nach....
Das Gespräch wird kurz unterbrochen... Der Chefarzt kommt kurz rein, drückt mir die Hand und erwähnt wieder das Wort "Glück"... Er unterhält sich kurz mit uns. Langsam glaub ich selber dran, an das Wort "Glück"...
Der nette junge Arzt (gemessen an meinem Alter) will mir noch mehr erzählen, zur Narkose, zu Nebenwirkungen etc., aber ich frage ihn, ob ich  wirklich ne Alternative habe... Auf die Bemerkung von ihm, dass eine noch vergessene Nebenwirkung eine eventuelle Inkontinenz sein könne, sage ich nur, dass ich ganz tolle Schlauchklemmen im Schreibtisch habe... Daraufhin bricht die Assistentin beinahe vor Lachen zusammen und die Situation ist wieder entspannt.
Also buche ich kurzentschlossen einen Klinikaufenthalt, 4 Sterne Vollpension mit Animationsprogramm rund um die Uhr.
Ich werde an kommenden Montag um 11.00 einchecken, ein CT wird gemacht und dann kann man schon eher sagen, was noch alles repariert werden muss. Und am Mittwoch, dem ersten Februar gehts dann unters Messer...

Dienstag, 24. Januar 2012

Beim Hausarzt

Gestern war Visite beim Hausarzt angesagt. Also rein ins Auto, in den Nachbarort gefahren, Kärtchen rübergereicht ( die bewußten 10 EUS liegen schon in Celle) und gewartet.
Mein EBook Reader half mir, die nur 2 Stunden Wartezeit bildend zu überbrücken. Ich hatte Karl-Herbert Scheer im Programm. Klassische deutsche Science-Fiction, mit Superraumschiffen, deutschen Helden und asiatischen Schurken. Einfach herrlich!
Tja, dann rein  zum Doc und klar Tisch gemacht. Das mit der bewußten Stelle war mir ja klar, im Befund stand dann noch, dass einer  der nun nicht  mehr vorhandenen Polypen auch noch entartet, sprich böse war. Also noch mal Glück gehabt...
Der Doc hat dass gleich noch nen Termin im Krankenhaus vereinbart, und da werde ich heut nachmittag mal hin pilgern. Hoffentlich bekomme ich nen guten Parkplatz ;-) Und mal sehen, ob 14.15 doch zwischen 14 und 15 Uhr liegt oder dann doch eher weiter zum Feierabend hin ;-)

Samstag, 21. Januar 2012

Letzter (was schreib ich hier???) Tag in der Firma

So, es ist Freitag, ich verabschiede mich von meinen Kollegen.
Die eine oder andere Baustelle wird übergeben, hier und da noch ein Tipp verteilt das eine oder andere Versteck für meine speziellen Zutaten verraten. Rezepte und Prozeduren werden wie in alten Tage  weitergereicht und der Kreis der Wissenden in einem mystischen Ritual erweitert. Fehlt eingentlich bloß noch das dicke Buch der Zauber und Getränke :-)
Mittags mache ich alle Kollegen, die es bisher noch nicht wußten, mit der Situation vertraut und verabschiede mich erstmal auf unbestimmte Zeit. Mein Schreibtisch kann logischerweise benutzt werden, die Sparbüchse für den Obolus steht links neben dem Monitor.

Ach so, apropos Obolus. Ihr werdet euch wundern, dass hier in dem Blog Werbung erscheint. Ich hab mich beim AdSense Programm angemeldet und versuche, durch die Werbung hier die Kosten für meine UMTS-Verbindung später im Krankenhaus etwas zu mildern. Also: Bitte Fleißig auf die Werbung klicken, ihr müßt ja nix kaufen :-)

So, weiter mit der Geschichte. Ich war überaus überwältigt und überrascht von der Wärme, die mir die Kollegen entgegengebracht haben. Das hätte ich so nicht erwartet.
Hannes, Matthias, Ansgar, auf DIESE Kollegen könnt ihr stolz sein!
Und ich bin froh, dass ich ich so einem Team arbeiten kann!

So, Blumenversorgung ist geregelt, Nachbarn sind informiert, ab gehts nach Brandenburg.

Da sich doch ziemlich großes Interesse an einer Kommunikation auch während meiner Abwesenheit abzeichnet, hab ich mich doch entschlossen, hier mein Tagebuich zu führen. Kommentare, blöde Sprüche und gute Ratschläge sind gerne willkommen. Aber immer oberhalb der Gürtellinie, meine Frau und mein Kiddies lesen hier mit *kicher*

Und last but not least: Vielleich krieg ich ja endlichmal ne RICHITGE Glatze...

In diesem Sinne: Cheers'n Oi!


Wie alles begann...

Wir haben einen Termin. Dienstag, 17.01.2012, 0800 in Lachendorf, bei Herrn Dr. Kaiser, seines Zeichens Internist, also Spezialist für Innereien. Wir kennen uns schon. Von den letzten Magenspiegelungen her, die wir gemeinsam mit viel Humor und einigen Tränen absolviert hatten. Da Peter ja ne ziemlich große Klappe haben kann, und die Möglichkeit besteht, so einen Magenspiegelung auch ohne Kurznarkose zu überwinden, hat er natürlich was gemacht? Auf die Kurznarkose vezichtet. Sowohl beim ersten Mal als auch bei jeder weiteren sich ergebenden Gelegenheit.... Mit dem Ergebnis, dass Assistentin, Peter und der Doktor sehr viel Spaß miteinander hatten. Abegesehen von mehreren Lachflashs und Nasenbluten ist das aber immer gut gegangen, und Herr Kaiser hat ein geübtes Händchen für so eine Befahrung. Die übrigens für den technisch interessierten Ingenieur sehr viel Interessantes bietet. Und wann hat man schon mal die Möglichkeit, sich live und in Farbe von Innen betrachten zu können!
Also, dieses Mal stand eine Befahrung der anderen Art, sprich der anderen Seite auf dem Programm. Im Volksmund auch Darmspiegelung genannt.
Vor der Arbeit von Herrn Kaiser steht meine Arbeit, mit sehr viel Flüssigkeit, magischen Pülverchen, kleinen weißen Pillen und sehr viel Literatur auf dem Klo. Denn wir wollen uns doch von der sauberen Seite zeigen...
Mein Fahrer lieferte micht vereinbarungsgemäß morgens um 0800 beim Doc ab und harrte der Dinge, die da nun kommen würden.
Die folgende Stunde kann ich nur vom Hören-Sagen wiedergeben, weil mich der nette Herr Kaiser dank einer zauberhaften Injektion auf einen ziemlich surrealen Trip geschickt hat. Wer kann schon behaupten, sich selber von DER Seite und dann noch von Innen und in Farbe betrachtet zu haben.  Irgendwie war ich froh, dass die sogenannte Darmreinigung soooo prima funktioniert hat! Oder hatte ich das alles nur geträumt? Keine Ahnung.
Belegt hingegen sind wohl meine ersten Worte nach der Narkose: "Boh, cool..." soll meinem Mund wohl entfahren sein. Na ja, mein Fahrer wirds wohl wissen...
Na ja, der Rest ist ja erstmal schon bekannt... Vermutlich bösartiges Gewächs da drinnen, vermutlich das volle Programm,  vermutlich längere Auszeit...
SCHEISSE das alles... Trotz vorbildlich sauberer Innereien...